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(Ulm / Neu-Ulm) - Nach rund 15 Jahren Planung wird die Adenauerbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm neu gebaut. Rund 80 Millionen Euro investieren der Bund und die Deutsche Bahn in das neue Bauwerk.
Mit etwa 94.000 Fahrzeugen täglich ist die Adenauerbrücke die meistbefahrene Verbindung zwischen Neu-Ulm und Ulm. Die Brücke aus den 1950er-Jahren wird durch einen zeitgemäßen Neubau ersetzt. Die Adenauerbrücke war eine Voraussetzung der Verlegung der Bundesstraße 30 und 311 aus dem Stadtgebiet. Die Brücke verbindet die Stadt Ulm mit der A 7 Kempten - Würzburg und der B 30 nach Friedrichshafen.
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann, Gerhard Rühmkorf, Ministerialdirigent im Bundesverkehrsministerium, und Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Ministerialdirigent im Bayerischen Verkehrsministerium, gaben am Mittwoch den offiziellen Startschuss für das Großprojekt.
„Investitionen in Brücken sind für eine verlässliche und leistungsfähige Infrastruktur unerlässlich. Wir handeln rechtzeitig, denn der Zustand unserer Infrastruktur entscheidet über unsere Zukunftsfähigkeit“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der sich aus Termingründen von Abteilungsleiter Prof. Dr. Wüst vertreten ließ.
Neue Brücke erhält wieder einen Geh- und Radweg
Die neue Brücke wird als moderne und robuste Stahlverbundkonstruktion mit einer Länge von etwa 130 Metern errichtet. Der Neubau soll den Verkehrsfluss wesentlich verbessern und die Verkehrssicherheit durch einen zusätzlichen Verflechtungsstreifen je Fahrtrichtung und drei Meter breite Geh- und Radwege erhöhen. Zudem werden bis zu sieben Meter hohe Lärmschutzwände errichtet, um Anlieger vor Lärm zu schützen.
Die bisherige Brücke wurde bereits in den 1950er-Jahren mit beidseitigen Geh- und Radwegen errichtet. Jedoch hatte sie nur zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung. In den 1970er-Jahren wurde die Brücke im Zuge der geplanten Bundesautobahn 80 auf drei Fahrstreifen je Richtung umgebaut. Dabei gingen die Geh- und Radwege verloren.
Den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann freute der Spatenstich und betonte: „Der Neubau der Adenauerbrücke wird ein gutes Beispiel für eine moderne Brücke, denn nun werden Geh- und Radwege bei der Planung berücksichtigt, und Versäumnisse aus der Vergangenheit können korrigiert werden. Mit einer Straßenverkehrsplanung, bei der alle Verkehrsträger berücksichtigt werden, gehen wir gemeinsam einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.“
Bund priorisiert Brückenmodernisierung
Das länderübergreifende Projekt der Straßenbauverwaltungen von Baden-Württemberg und Bayern wird federführend vom Staatlichen Bauamt Krumbach vorangetrieben und nicht vom Regierungspräsidium Tübingen geplant. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 80 Millionen Euro, die zur Hälfte vom Bund getragen werden. Als Baulastträger des kreuzenden Schienenweges trägt die DB Netz AG die andere Hälfte der Kosten. Die Adenauerbrücke überspannt die Donau und die Südbahn.
Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, sagte anlässlich des Spatenstichs: „Für den Bund hat die Modernisierung unserer Infrastruktur höchste Priorität. Ich habe deshalb unter anderem ein umfassendes, bundesweites Brückenmodernisierungsprogramm aufgelegt. Wir kommen gut voran. Wichtige Vorhaben – wie etwa die Adenauerbrücke im Zuge der B 10 in Neu-Ulm – sind erfolgreich angelaufen. Weitere Erhaltungs- und Ersatzneubauvorhaben werden mit hoher Intensität geplant und gebaut. Wichtig ist, dass wir in den kommenden Jahren nicht nachlassen und die erforderlichen Investitionen auch für die Zukunft gesichert werden. Deutschland braucht eine verlässliche Verkehrsfinanzierung auf hohem Niveau. Denn eine leistungsfähige Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für individuelle Mobilität und ist Grundlage für eine starke Volkswirtschaft.“
Visualisierung des Bauablaufs
Durch technisch anspruchsvolle Bauverfahren wie die Trennung der bestehenden Brücke in Längsrichtung und ein Querverschub eines neuen Brückenüberbaus kann der Verkehr auch während der Bauphase weiterfließen. Auch die Geh- und Radwegverbindungen werden weitgehend aufrechterhalten. Dafür wird stromaufwärts der Donau eine separate Brücke für Fußgänger und Radfahrer gebaut. Eine Visualisierung des Bauablaufs kann auf der Homepage des Staatlichen Bauamts Krumbach eingesehen werden.
Die Bauzeit beträgt voraussichtlich vier Jahre. Die neue Brücke soll damit rechtzeitig vor der Landesgartenschau 2030 in Ulm fertiggestellt werden.
(Foto: Staatliches Bauamt Krumbach)