08.03.2021 - 22:03 Uhr
Franz Fischer
Nr. 7266
1.509

Alle Kandidaten wollen umweltfreundlichere Mobilität

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(Wahlkreis Ravensburg) - Welche Prioritäten setzen die Landtagskandidaten im Wahlkreis Ravensburg im Verkehrsbereich? Die örtliche Zeitung hat nachgefragt.

Für Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen) haben Verkehrsprojekte oberste Priorität, die dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen. Bis 2030 soll mehr zu Fuß gegangen, mit dem Fahrrad gefahren und der Öffentliche Nahverkehr genutzt werden. Jedes dritte Auto soll klimaneutral werden und jede dritte Tonne im Güterverkehr klimaneutral transportiert werden. „Wir Grünen sind nicht, wie gern behauptet wird, pauschal gegen neue Straßen. Wir haben uns für die B 30 neu genauso vehement eingesetzt wie für die Elektrifizierung der Südbahn. Mit der Umfahrung von Meckenbeuren und dem Bau des Molldietetunnels haben für mich auch künftig zwei Straßenverkehrsprojekte in der Region eine sehr hohe Bedeutung.“

Die CDU will eine vernetzte Mobilität im Einklang von Ökonomie und Ökologie, meint August Schuler (CDU). Die Christdemokraten setzen auf einen Mix von leistungsfähigen Mobilitätsangeboten, Technologieoffenheit, innovativer Forschung und einer intelligenten Infrastruktur. Für die Region setzt Schuler folgende Prioritäten: Elektrifizierung der Bodensee-Gürtelbahn, Regio-Schnellbusse, On-Demand-Busse, Radschnellweg Schussental-Ravensburg-Friedrichshafen, Elektrifizierung der Bodensee-Oberschwaben-Bahn, B 31 Umgehung Friedrichshafen, B 32 Umgehung Ravensburg (Molldietetunnel) und Erhalt des Regionalflughafens Friedrichshafen.

Für Jonathan Wolf (SPD) ist eine allgemeine Priorisierung nicht notwendig. Wichtig ist für ihn ein landkreisübergreifendes ÖPNV-Konzept mit festen Taktungen der Verkehre und einem Netz von Regio-Bussen. Das Radwegenetz müsse ausgebaut und die Bahnstrecken von Friedrichshafen bis Radolfzell und Aulendorf bis Kißlegg elektrifiziert werden. Bei den Bundesstraßen habe der Molldietetunnel Vorrang. Er bringe die wirksamste Entlastung für die höchste Zahl an Menschen. Daneben gelte es, die Planungen an der B 30 bei Meckenbeuren voranzubringen. Der Flughafen Friedrichshafen soll erhalten bleiben.

Markus Waidmann (FDP) will die Ausschreibungsbedingungen für die Bodensee-Oberschwaben-Bahn verbessern, in Ortsumfahrungen und in die Beseitigung von Stauabschnitten investieren. Radschnellwege sollen ausgebaut und der Flughafen Friedrichshafen finanziell unterstützt werden.

Für Helmut Dietz (AfD), der auch im Wahlkreis Wangen kandidiert, hat der durchgehende vierspurige Ausbau der Bundesstraße 30 sowie der zugehörigen Ortsumgehungen höchste Priorität. Nahezu gleichauf steht für ihn der Molldietetunnel. Auch er hält einen Radschnellweg von Ravensburg nach Friedrichshafen für notwendig.

Korbinian Sekul (Die Linke) setzt seinen Schwerpunkt auf den ÖPNV. Er fordert massive Investitionen und eine flächendeckende Verfügbarkeit. Außerdem soll ein 365-Euro-Jahresticket im Busverkehr eingeführt und im Großraum Ravensburg mehr Radwege und Radschnellwege gebaut werden. Im Flugverkehr strebt er ein Verbot von Inlandsflügen an.
 
 
Wahlkreis Ravensburg
Der Wahlkreis Ravensburg (Wahlkreis 69) ist ein Landtagswahlkreis im Südosten von Baden-Württemberg. Er umfasst die Gemeinden Altshausen, Baienfurt, Baindt, Berg, Bodnegg, Boms, Ebenweiler, Ebersbach-Musbach, Eichstegen, Fleischwangen, Fronreute, Grünkraut, Guggenhausen, Horgenzell, Hoßkirch, Königseggwald, Ravensburg, Riedhausen, Schlier, Unterwaldhausen, Waldburg, Weingarten, Wilhelmsdorf und Wolpertswende aus dem Landkreis Ravensburg sowie die Gemeinden Neukirch, Meckenbeuren und Tettnang aus dem Bodenseekreis.


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