11.04.2016 - 23:59 Uhr
Franz Fischer
Nr. 5371
581

Zufriedenheit und Enttäuschung im Landkreis Biberach

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(Landkreis Biberach) - Nicht zufrieden mit der Bewertung der B 312 im Anhörungsentwurf des Bundesverkehrswegeplans sind Landrat Dr. Heiko Schmid, IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle, Ochsenhausens Bürgermeister Andreas Denzel und Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler. Das brachten sie am Montag bei einem gemeinsamen Pressegespräch zum Ausdruck.

Der Entwurf war am 16. März vorgestellt worden. Darin ist die B 312 mit den Ortsumfahrungen Ringschnait, Ochsenhausen, Erlenmoos und Edenbachen lediglich im Weiteren Bedarf mit Planungsrecht vorgesehen.

Beim Pressegespräch im Landratsamt stellten sie die Argumente vor, mit denen sie die Aufnahme in den Vordringlichen Bedarf erwirken wollen. "Weiterer Bedarf mit Planungsrecht ist im Grunde genommen eine Verschlechterung zur bisherigen Einordnung", kommentierte der Landrat. Bisher war die B 312 im Vordringlichen Bedarf mit dem Ökostern, der in den vergangenen Jahren mit einer umfangreichen Umweltverträglichkeitsuntersuchung abgearbeitet wurde. Mit knapp zwei Millionen Euro nicht unerheblich sind dabei die finanziellen Vorleistungen, in die der Landkreis, die IHK sowie die Städte Biberach und Ochsenhausen gegangen sind.

Nach Ansicht des Bundes habe die B 312 keine Achsenwirkung und diene nur der guten Verbindung von Biberach nach Memmingen. "Das verkennt völlig, dass die B 312 zusammen mit der B 311 eine wichtige West-Ost-Achse südlich der A 8 ist, in Richtung Freiburg", so Dr. Schmid. Zudem ist ein vom Bund ausgegebenes Ziel, die Erreichbarkeit des nächsten Autobahnanschlusses innerhalb von dreißig Minuten, für die Region Riedlingen/Sigmaringen/Mengen nicht möglich. Mit den Ortsumfahrungen der B 312 würde sich die Fahrzeit beispielsweise für Riedlingen von 60 auf 47 Minuten reduzieren. Des Weiteren seien die Kosten mit 72,5 Millionen Euro vom Bund zu hoch angesetzt worden: Der Landkreis rechnet mit 63,2 Millionen Euro. Der Schwerlastverkehr mit 1.000 Fahrzeugen pro Tag dagegen sei zu niedrig angesetzt. "Wir gehen von 1.900 Lkw aus, die durch die Orte fahren, wenn die Ortsumfahrung nicht kommt", so Dr. Schmid.

Bereits in der Vergangenheit sei die Region vernachlässigt worden, argumentierte Otto Sälzle. Auch die jetzige Einordnung sei zu kurz gesprungen und nicht konsequent zu Ende gedacht. Entlang der Landesentwicklungsachse müsse die B 312 Richtung Reutlingen und zusammen mit der B 311 Richtung Freiburg dringend ausgebaut werden. Der Abschnitt von Biberach Richtung Memmingen sei für die Verbindung der Oberzentren wichtig, so Sälzle. Andreas Denzel bekräftigte noch einmal sein Unverständnis darüber, dass das wichtigste Straßenbauprojekt nicht in den Vordringlichen Bedarf aufgenommen worden ist: "Nur mit einer durchgängigen Verkehrsachse erreichen wir eine leistungsfähige Verbindung." Unterstützung erhält er von seinem Amtskollegen Norbert Zeidler: "Die im Landkreis Reutlingen wichtigste Verbindung mutiert im Landkreis Biberach zur Ortsverbindungsstraße."

Die Projektbeteiligten haben sich darauf verständigt, dem Bund sachliche Argumente vorzutragen, die für den Vordringlichen Bedarf sprechen. Dazu dienen unter anderem die Gemeinderatssitzung in Biberach am Montag und die weiteren Beratungen im Umwelt- und Technikausschuss am 12. April sowie im Kreistag am 21. April. Außerdem wolle man weiter auf politischem Wege das Ziel erreichen.

Trotz aller Kritik an der bisherigen Bewertung der B 312 zeigte sich Landrat Dr. Schmid auch dankbar dafür, dass mit dem vierspurigen Ausbau der B 30 vom Jordanbad nach Hochdorf, der B 311 Ortsumfahrung Riedlingen und der B 465 Ortsumfahrung Warthausen drei wichtige Projekte in den Vordringlichen Bedarf aufgenommen sind.

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